Lebensmittel für die Vata-Zeit

Von Oktober bis Februar bestimmt Vata unser Leben. Diese Lebensmittel beruhigen jetzt.

In der Vata-Jahreszeit werden viele Menschen nervös und unruhig. Es liegt am Wesen des Doshas Vata. Das Wesen von Vata ist trocken, rau, kalt und windig – typisches Winterwetter in Mitteleuropa. Jetzt ist es wichtig, Vata beruhigende Lebensmittel vorzuziehen.

Vata-Jahreszeit: 22. Oktober bis 21. Februar

In der Heimat des Ayurveda, Indien, gibt es nur 3 Jahreszeiten: Monsunzeit, Sommer und Winter. Jeder dieser Jahreszeiten wird eines der drei Dosha zugeordnet. Wir in Europa kennen dagegen vier Jahreszeiten, deshalb verschiebt sich die Zuordnung etwas. Die Vata-Zeit umspannt überwiegend den Zeitraum vom 22. Oktober bis 21. Februar, das sind also Herbst und Winter.
Das Wesen von Vata ist trocken, kalt, rau und windig. Wenn Sie einen blauen Himmel sehen und es ist knackig kalt, dann herrscht Vata-Wetter. Aber auch die Herbst- und Winterstürme sind typisch für die Vata-Zeit. Jetzt kann sich Ihr Vata-Dosha deutlich erhöhen. Sie merken es, wenn sie nervöser sind als sonst, wenn Sorgen und Ängste Sie plagen oder auch einfach, weil sie unruhiger sind. Das alles ist ein Zeichen, dass Vata erhöht ist. Um die Doshas wieder auszugleichen, lohnt es sich, Vata reduzierende Lebensmittel zu bevorzugen.

Geschmacksrichtungen, die Vata beruhigen

Von den sechs Geschmacksrichtungen, die der Ayurveda kennt, gibt es drei, die Vata reduzieren und drei, die Vata erhöhen. Diese sollten sie natürlich weniger konsumieren.

Vata reduzierende Geschmacksrichtungen

  • Süß
  • Sauer
  • Salzig
Bevorzugen Sie warme, ölige und flüssige Speisen, warme Getränke und regelmäßige Mahlzeiten.

Vata erhöhende Geschmacksrichtungen

  • Herb
  • Bitter
  • Scharf
Vermeiden Sie kalte Speisen, scharfe Gerichte, Salate, Rohkost, Brot und kalte Getränke.

Diese Lebensmittel beruhigen Vata

Die folgende Lebensmittelliste ist für die winterliche Vata-Zeit eine wichtige Orientierung. Aber auch, wenn Sie ein Vata-Typ sind, dann ist diese Liste hilfreich, um in Balance zu bleiben.

Gemüse

Grüne Bohnen, Erbsen, grünes Blattgemüse, Gurke, Möhren, Okra, Rettich (nur gedünstet), Rote Bete, Sellerie, Spargel, Staudensellerie, Süßkartoffeln. In kleinen Mengen: Blumenkohl, Brokkoli, alle Kohlsorten, Spinat, Tomate, Zucchini.
Da Rohkost und Salat bei hohem Vata nicht günstig sind, sollten all diese Gemüsesorten immer gedünstet, gekocht oder geschmort sein. Kohl können Vata-Menschen nur in geringen Mengen vertragen. Da aber im Winter Kohl ein heimisches und vielseitiges Gemüse ist, kann er in der Vata-Zeit genossen werden, wenn Sie viel Bewegung haben und gut mit Kümmel würzen. Dass Kümmel Vata (= Wind = Blähungen) abmildert, wussten schon unsere Vorfahren.

Obst

Ananas, Apfel (wenig), Aprikose, Avocado, Banane, Beerenobst, Birne (wenig), Grapefruit, frische Datteln, frische Feigen, Kirschen, Kokosnuss, süße Melone, Mango, Nektarine, Orange, Papaya, Pfirsich, Pflaumen, Trauben, Zitrone.
Alle Obstsorten sollten immer sehr reif sein, denn die Geschmacksrichtung süß beruhigt das Vata-Dosha. Hartes, fast unreifes Obst sollten Sie besser meiden.

Hülsenfrüchte

Linsen, Mungbohnen, rote Linsen, Sojaprodukte, Tofu-Produkte
Da Hülsenfrüchte dazu neigen, Blähungen zu verursachen, ist hier ein wenig Zurückhaltung geboten. Wer ein erhöhtes Vata-Dosha hat, leidet ohnehin oftmals unter Blähungen. Kein Wunder, denn Vata und Wind gehören ja zusammen.

Getreide

Dinkelgrieß, Dinkel, Hafer, Basmatireis, Weizen. Alle Getreidesorten möglichst als Brei gekocht, denn Brot erhöht Vata.

Öle und Fette

Butter, Ghee, Olivenöl, Sesamöl, Sonnenblumenöl.
Alle Öle und Fette können Sie in kleinen Mengen genießen, aber regelmäßig. Die Rauheit von Vata wird durch Fett und Öl gemildert. Da aber die Verdauungskraft von Vata-Menschen eher schwach ist, sollten Öle und Fette nur in geringen Mengen genossen werden. Sind Sie aber ein Pitta-Mensch mit einer starken Verdauungskraft und haben nur zur Vata-Zeit Probleme, dann können Sie davon auch mehr zu sich nehmen.

Süßes

Ahornsirup, Honig, Jaggery, Rohrzucker, Palmzucker, Birnenmelasse.
Süß ist eine der drei Geschmacksrichtungen, die Vata beruhigen. Deshalb sind süße Gerichte wie Milchreis, Pudding oder Haferbrei ideal. Wichtig ist hier, dass Sie nicht die gängigen Süßigkeiten mit weißem Zucker zu sich nehmen, sondern auf hochwertige Bio-Qualität achten.
Eine Sonderstellung nimmt Honig ein. Honig sollte nicht über 40 °C erwärmt werden und wirkt in größeren Mengen Vata erhöhend.

Milchprodukte

Ghee, Frischkäse, Joghurt und Lassi, Milch, Sahne, Quark.
Ganz vorne an steht Ghee auf der Liste der Vata beruhigenden Milchprodukte. Es ist ja nahezu ein Heilmittel. Geben Sie davon einen Teelöffel voll in Ihren Haferbrei, Grießbrei oder in die Gemüsesuppe.
Milch ist für Vata-Menschen schwer verdaulich und sollte nur sehr wenig genossen werden. Bevorzugen Sie lieber die veganen Alternativen, wie Hafer-, Dinkel-, Weizen- oder Mandelmilch.

Tierische Produkte

Huhn, Pute, Meerestiere und Eier, sowohl gebraten als auch Rührei.
Von allen Fleischsorten, sofern Sie Fleisch essen mögen, sind nur die sehr leicht verdaulichen hellen Geflügelsorten und die hellen Meerestiere empfehlenswert. Da in der Vata-Zeit die Verdauungskraft schwächer ist, sollten nicht nur Vata-Menschen auf diese Auswahl achten. Rotes Fleisch, wie Lamm, Rind und Schwein sollten Sie möglichst wenig bis gar nicht essen.

Gewürze

Anis, Asa foetida, Basilikum, Bockshornkleesamen, Fenchel, Ingwer, Kardamom, frisches Korianderkraut, Kreuzkümmel (Kumin), Kümmel, Majoran, Muskat, Nelken, Oregano, Salz, Senfsamen, schwarzer Pfeffer, Schwarzkümmel (Nigella), Thymian, Zimt.
Mit Gewürzen lässt sich viel ausgleichen. Es gibt spezielle Dosha-Würzmischungen, wie das Vata-Gewürz, das Sie immer mitnehmen können, um auch außerhalb der häuslichen Küche für ein wenig Balance sorgen zu können.

Was können Sie noch tun, um Vata zu beruhigen

Nicht nur die passende Wahl der Lebensmittel ist hilfreich, um gesund und vital durch die kalte Vata-Zeit zu kommen. Es gibt noch ein paar ayurvedische Tipps, die zu Ruhe und Gelassenheit führen.
Einer der wichtigsten Tipps aus dem Reichtum des Ayurveda ist ausreichender Schlaf! Gerade Vata-Typen brauchen viel Schlaf, gerne 9 Stunden. Aber auch wer in der Vata-Jahreszeit Probleme mit innerer Unruhe hat, sollte ausreichend schlafen.
Regelmäßigkeit im Tagesablauf ist zwar vielen Vata-Typen ein Graus, es kann aber sehr hilfreich sein, zumindest etwas mehr Regelmäßigkeit in seinen Tagesablauf zu integrieren.
In unserem Blog finden Sie einen ausführlichen Artikel über Vata-Tipps für Zuhause.