Typgerechte Ernährung für Vata, Pitta und Kapha

Die Jahrtausende alte Gesundheitslehre Ayurveda empfiehlt uns eine typgerechte Ernährung – doch was bedeutet das? Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha sind die entscheidenden Faktoren, welche Lebensmittel sich fördernd und welche sich belastend oder sogar krankmachend auswirken. Denn Nahrung, die für einen Vata-Menschen beruhigend und heilsam ist, kann für einen Kapha-Menschen belastend und lähmend sein. Deshalb ist es wichtig seinen Konstitutionstyp zu kennen.

Warum unterscheidet man im Ayurveda nach Vata, Pitta und Kapha?

Agni, das Verdauungsfeuer, nimmt in der ayurvedischen Gesundheitslehre einen zentralen Platz ein. Das Verdauungsfeuer entscheidet darüber, wie Sie sich fühlen – erschöpft und antriebslos oder energievoll und voller Lebensfreude. Die drei Dosha-Typen Vata, Pitta und Kapha haben drei ganz unterschiedliche Verdauungsqualitäten, deshalb muss auch die Nahrung diesem Verdauungssystem angepasst werden. Das ist mit typgerechter Ernährung im Ayurveda gemeint. Denn nur die Nahrung, die vollständig verstoffwechselt wurde, spendet Ihnen Lebensfreude und Energie. Deshalb heißt es im Ayurveda auch: Du bist, was du verdaust.


Vata-Verdauung – flackernd und unregelmäßig

Viele Vata-dominierte Menschen neigen dazu unregelmäßig zu essen. Mal viel, mal wenig und oft genug sogar vergessen sie eine Mahlzeit, wenn sie von einer Tätigkeit ganz und gar vereinnahmt sind. Ebenso unstet ist auch die Verdauung von Vata-Menschen. Menschen mit einem hohen Vata-Anteil leiden öfter an Verstopfung, Blähungen und Appetitlosigkeit.


Pitta-Verdauung – stark und lodernd

Wer viel Pitta hat, hat meist auch ein starkes Verdauungsfeuer, denn das Element von Pitta ist Feuer! Pitta-Menschen, die ausgeglichen sind,
haben die kraftvollste Verdauung der drei Dosha-Typen.
Da Pitta-Typen ohnehin auf eine regelmäßige Ernährung achten, haben sie auch eine ganz regelmäßige Verdauung und Ausscheidung. Ist Pitta im Ungleichgewicht, dann macht sich das mit Durchfall bemerkbar.


Kapha-Verdauung – träge und langsam

Das Kennzeichen von Kapha ist Langsamkeit und Trägheit. Wer viel Kapha in seiner Konstitution hat, hat nicht regelmäßig jeden Tag eine Darmentleerung. Während Pitta-Menschen durchaus dreimal am Tag eine Darmentleerung haben können, ist beim Kapha-Menschen alles viel langsamer und träger.

Typgerechte Ernährung bedeutet: Jeder braucht etwas anderes!

So unterschiedlich wie die Verdauungssysteme der drei Dosha-Typen sind, so differenziert sind auch die Empfehlungen im Ayurveda. Wer sich einmal damit beschäftigt hat, entdeckt das Geheimnis für Gesundheit und Wohlergehen! Nichts ist einfacher, als seine Ernährung umzustellen.
Aber bitte in kleinen Schritten! Auch das gehört zum Ayurveda: Ändern Sie Ihre Gewohnheiten nur in kleinen Dingen, in kleinen Schritten,
und probieren Sie diese eine Zeit lang aus. Wenn Sie dann eine Veränderung in Ihrem Lebensgefühl bemerken, dann gehen Sie den nächsten Schritt.

Vata-Ernährung – die besten Tipps für ein wohliges Lebensgefühl

  • Genießen Sie morgens einen warmen Haferbrei mit gekochtem Obst. - Tipps für die Morgenroutine
  • Alle drei Mahlzeiten des Tages sollten warm und möglichst flüssig sein.
  • Ihre Mahlzeit sollte gut gekocht und leicht verdaulich sein.
  • Ghee und Sahne geben Ihnen die nötige Stabilität.
  • Ihre drei wichtigsten Geschmacksrichtungen sind süß, salzig und sauer.
  • Meiden Sie scharfes, bitteres und herbes Essen.
  • Trinken Sie nichts zum Essen, davor und danach möglichst warme Getränke.
  • Für Ihr zartes Verdauungssystem sind diese Gewürze förderlich: Ingwer, Kreuzkümmel, Hing (Asa foetida), Fenchel, Zimt, Anis, Senfsamen, Kardamom, Süßholz.
  • Sehr wenig, und wenn, dann nur mittags: Rohkost, Kohlgemüse, Hülsenfrüchte. - Tipps für die Mittagspause
  • Ihre Mahlzeiten sollten aufbauend, nährend und leicht verdaulich sein.
  • Essen Sie in Ruhe und in einer entspannten, freundlichen Atmosphäre.
  • Fasten ist für Vata-Menschen nicht geeignet, denn Fasten erhöht Vata noch mehr.

Pitta-Ernährung – die besten Tipps für ein entspanntes Lebensgefühl

  • Ein feuriger Pitta-Mensch sollte nicht zu viel essen, Mäßigung tut ihm gut.
  • Alle sauren, scharfen und salzigen Lebensmittel nur in kleinen Mengen genießen.
  • Süß, herb und bitter sollten die vorherrschenden Geschmacksrichtungen sein.
  • Die Speisen nicht zu heiß konsumieren, auch Getränke nicht allzu heiß trinken.
  • Alkohol (= Feuerwasser), Tomaten, rotes Fleisch und alles Saure erhöhen Pitta und sollten nur sehr wenig konsumiert werden.
  • Beruhigende Gewürze sind Kurkuma, Fenchel, Gartenkräuter, Ingwer, Kardamom, Koriander, Safran und Zimt.
  • Als besonders kühlend wird Kokosöl und Kokosmilch empfohlen.
  • Kühlend sind Getränke und Speisen mindestens in Zimmertemperatur – niemals aus dem Kühlschrank!
  • Das feurige Pitta wird durch schwere, ölige und gehaltvolle Mahlzeiten beruhigt, aber nur in mäßigen Portionen.
  • Salat wirkt Pitta reduzierend, sollte aber nur mittags gegessen werden, wenn das Verdauungsfeuer am stärksten ist.
  • Meiden Sie trockene und leichte Speisen.
  • Achten Sie auf feste, regelmäßige Essenzeiten.

Kapha-Ernährung – die besten Tipps für ein energievolles Lebensgefühl

  • Kapha-Menschen können das Frühstück weglassen, wenn sie keinen Hunger haben.
  • Für Kapha-dominierte Menschen sind die Geschmacksrichtungen scharf, herb und bitter ideal.
  • Die Mahlzeiten sollten warm sein und aus gut gekochten, leicht verdaulichen Lebensmitteln bestehen.
  • Salat und Rohkost nur in geringen Mengen und wenn, dann mittags genießen.
  • Keine Zwischenmahlzeiten!
  • Scharfe Gewürze kurbeln den Stoffwechsel an: Chili, Ingwer, Kardamom, Pfeffer, Meerrettich, Senfsamen, Kurkuma, Zimt.
  • Alles Süße, besonders weißer Zucker, sollten vermieden werden.
  • Honig ist das einzige Süßungsmittel, das Kapha reduziert, aber bitte nicht über 40 °C erwärmen.
  • Fette und Öle nur in sehr geringen Mengen konsumieren.
  • Kalte und rohe Lebensmittel sind zu schwer verdaulich.
  • Essen Sie am Abend spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen. - Tipps für die Abendroutine
  • Abends keine Milchprodukte essen, sie verschleimen sehr.

Diese ayurvedischen Tipps tun allen gut

Wenn Sie selbst kochen, genießen Sie es!
Die Stimmung der Köchin oder des Kochs ist entscheidend für die Qualität der Mahlzeit.
Ein liebevoll gedeckter Tisch und eine angenehme Atmosphäre beim Essen helfen Ihrem Verdauungssystem,
das Beste aus der Mahlzeit Ihrem Körper zur Verfügung zu stellen.
Schwierige Gespräche und Themen, bei denen es hitzig hergehen könnte, sollten besser auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Ca. eine halbe Stunde vor dem Essen und eine Stunde nach dem Essen sollten Sie nichts trinken.
Auch zum Essen empfiehlt Ayurveda höchsten eine halbe Tasse heißes Wasser, aber niemals ein kaltes Getränk.
Kalte Getränke löschen Agni, das Verdauungsfeuer, und Ihre köstliche Mahlzeit kann nicht gut verstoffwechselt werden.
Allen drei Dosha-Typen tut es gut, nach dem Essen noch fünf bis zehn Minuten am Tisch sitzen zu bleiben.
Damit schenken Sie Ihrer Verdauung einen kraftvollen Arbeitsbeginn.